Tour Tagebuch KibuH Hilfstransport nach Litauen

26. Mai

Tour Tagebuch KibuH Hilfstransport Litauen 2016

Tour Tagebuch des Hells Truckers e.V. KibuH Hilfskonvoi Litauen 2016
Hallo, liebe Mitglieder und Freunde. Hier bekommt ihr einen ersten Einblick über unsere Teilnahme am KibuH e.V. Hilfskonvoi nach Litauen 2016. Als Einstieg beginne ich am 20.05. in Dorsten. Massenweise Material, u.a. über 7nd reichlich gepackte Kartons auf Paletten etc., das irgendwie auf 2 LKW verladen werden sollte. Als ich nachmittags von der Arbeit bei Thomas Lanfermanns’ Firma ankam, war der erste Zug zur Hälfte bis unters Dach verladen. Trotzdem sah der Firmenhof noch aus wie bei einem Hausflohmarkt. Ich hatte echt Zweifel, ob das alles passt. Das schlimmste waren die Krankenhaus- und Pflegebetten. Sperrige, unhandliche Teile, bei denen man nicht wusste, wie man sie möglichst platzsparend verladen sollte und ob die ein Eigenleben führen, mit denen sie sich gegen eine Verladung wehren.. Mit einigem Hirnschmalz und ausprobieren wurden aber Lösungen gefunden. Dennis Schuhmacher schmiss irgendwann den Grill an, denn die hungrigen Mägen derjenigen, die seit 14 Uhr am Schuften waren, konnte man wahrscheinlich bis Litauen hören. Die zunehmende Müdigkeit erleichterte die Arbeit wahrlich nicht. Um halb eins Nachts ging dann gar nichts mehr. Geschafft aber zufrieden, der erste Zug war nahezu komplett voll, ging es dann ins Bett. Zwischendurch stellte sich noch die Frage, was mit den in Bautzen gelagerten Betten geschehen sollte, da diese mit Sicherheit auf keinen Lkw mehr passen würden. Aufgrund des angesammelten Materials würden alle 4 LKW in Dorsten und Hamm bis unters Dach voll werden. Peter beschloss zunächst, dass diese auf der Rückfahrt verladen und mit nach Hamm kommen sollten. Thomas fragte mich unter 4 Augen, ob wir eine Zwischentour Litauen-Bautzen-Litauen fahren könnten, da das Material für den nächsten Konvoi 2 x quer durch Deutschland gefahren (Bautzen-Hamm-Bautzen ca. 1200 km + nochmal 1000 km bis Litauen), benötigten Lagerraum einnehmen und qualitativ nach einem Jahr Lagerung nicht besser würde. Ich war damit sofort einverstanden und so unterbreiteten wir Peter diesen Vorschlag. Dessen Kinnlade fiel erstmal 2 Etagen tiefer, nachdem er begriff, dass wir das ernst meinten. Durchgerechnet, nachgefragt und beschlossen. Thomas und ich wurden anschließend noch öfter von verschiedenen KibuH Mitgliedern auf diesen Vorschlag angesprochen Einmal gewusst wie es geht, ging es am nächsten Morgen nach einem schnellen Frühstück weiter und bis Mittag war alles verladen. Peter Dittmar und Rene Terasa machten sich mit dem angeladenen LKW auf den Rückweg nach Hamm, wo fleißig weiter geladen wurde. Der volle LKW, den Thomas und ich fahren, blieb in Dorsten stehen. Am 25.5 holte ich diesen dann in Dorsten ab, Thomas musste noch für seine Firma in Belgien vorladen und konnte daher erst Donnerstags morgens zu uns stoßen, fuhr damit nach Hamm und fand auch dort wieder fleißige Hände vor, die den 4. und letzten LKW fertig laden wollten. Nachmittags ging es ja schließlich zum gemeinsamen tanken, dass von Björn Ehrike und seinem Team für einen Werbefilm von Tankpool24 aufgenommen wurde. Björn und sein Team sollten uns dann bis samstags in Litauen begleiten, filmten fleißig, führten Interviews und waren neben aller Professionalität super nett und hatten sicherlich auch ihren Spaß. Norbert kümmerte sich erstmal darum, dass Thoma
s und ich unterwegs dank 4 „Fress
paketen“ keinen Hunger leiden mussten. Thomas Frage zu der Verpflegung: „Bekommen wir Am Rüssel Nachschub, sonst könnte es mit der Verpflegung knapp werden.“ Norberts Gesicht dazu war ein einziges großes Fragezeichen. Norbert brachte mich anschließend zu Peter Dittmar, wo Peter, seine Frau und Klaus Kirchner und ich den Abend ausklingen ließen.
Donnerstag, 26.05.2016. Abfahrt
Der große Tag der Abfahrt. Von Hamm ging es erstmal zu unserer Homebase nach Kassel, wo Michael Zetsche mit Kaffee auf uns wartete. Kurzer Boxenstopp und weiter ging es nach Bautzen. Die LKW wurden bei der Autobahnpolizei abgeparkt.  soll ich über die Fahrt erzählen? Alle waren entspannt, gut gelaunt und die 600 km waren ein Klacks. Die Menge des gelagerten Materials in Bautzen für unsere Zwischentour stellte uns vor das übliche Problem, wie wir alles mit bekommen sollten. Lösung dafür wird später nachgereicht;-) Anschließend ging es ins Hotel. Der eine oder andere Hopfensmoothie, chinesischen Essen, interessante Gespräche und jede Menge dummer Sprüche und Gelächter beendeten den Tag so, wie er die ganze Zeit war. Entspannt. Fortsetzung folgt......
27.05.2016 Bautzen-Litauen.
1100 km im Schweinsgalopp durch Polen. Marschgeschwindigkeit 85 km/h. Wie sich später heraus stellte, war das allerdings etwas optimistisch gedacht. Bis Warschau ging alles gut. Top Autobahnen, Raststätten, von denen wir in Deutschland nur träumen können (gepflegt, sauber, Top in Schuss, oftmals freies W-Lan, LKW Parkplätze hinten und nicht vorne an der Autobahn, Gefahrgut Lkw parken abgetrennt von den anderen), freie Fahrt und kaum Verkehr. Ab Warschau ging es dann zur Sache. Riesenbaustellen, Umleitungen, zum Teil katastrophale Straßenverhältnisse. Was aber fest zu halten ist. Auf sämtlichen Baustellen wurde auf der gesamten Länge gearbeitet. Nicht wie teilweise in Deutschland. Es machte den Eindruck, dass dort geplant, beschlossen und gebaut würde wie in Holland. Andererseits sieht man natürlich auch, wo die EU Subventionen hin fließen. Denn nur über die Maut, die nach Aussage eines Polen komplett!!!! in die Infrastruktur fließt, ist das alles nicht zu finanzieren. Nachteil war, dass wir wahnsinnig Zeit verloren haben. Aber naja. Irgendwann erreichten wir dann die litauische Grenze. Kurz Vignette besorgt und weiter ging es. Gegen 22.30 Uhr litauische Zeit (1 Std vorhaben) wir dann endgültig die Spedition erreicht, bei der wir die LKW abstellten. Ins Hotel, kleiner Snack, Begrüßungsvodka, das eine oder andere Bierchen und um halb 2 war dann endgültig Feierabend. Thomas und mir wurde immer wieder der Unterschied zwischen uns, die wir tagtäglich fahren und den anderen, die alle Nase lang mal einen LKW bewegen, deutlich. Zum einen nutzen wir automatisch die technischen Hilfssysteme. Norbert und Hartmut haben wir z.b. erklärt, wie sie entspannter fahren, wenn sie den Tempomat und den Bremsassistenten für bergab Fahrten mit einander arbeiten lassen. Fazit von beiden: viel Entspannteres fahren. Oder Thema Müdigkeit. Für uns ist es bei einer Doppelbesetzung völlig normal, dass der Beifahrer sich zwischendurch einfach mal ins Bett legt (ja, ich weiß, dass das nicht erlaubt ist) wenn er müde wird. Man entspannt besser und holt sich da, selbst wenn man nur eine halbe Stunde schläft, die eventuell entscheidende Frische für die restliche Tour. Entsprechend fitter waren wir auch bei Ankunft in Litauen. Was ich damit sagen will. Natürlich arbeiten wir als „Profis“ völlig anders auf und mit unserem täglichen Arbeitsgerät. Schön zu sehen war aber, dass die „Amateure (und das ist nicht negativ gemeint) dankbar jeden kleinen Tipp von uns aufgenommen haben. Wären alle Menschen so verständig und lernwillig, hätten wir vielleicht mehr Ruhe auf der Straße oder sogar im gesamten Leben. Selbst Martin, unser Polizist aus Bautzen, konnte von Thomas in Punkto Technik noch etwas lernen. Und Martin weiß schon eine Menge über Lkw. Viel mehr als wohl die meisten Fahrer. Nicht nur was rechtliche Fragen betrifft. Er ist übrigens auch derjenige, der die Fahrerstammtische in Deutschland betreut. Verständig, fachlich top und immer bereit, zu zu hören. Von ihm könnten sich sowohl Fahrer wie auch der eine oder andere seiner Kollegen eine Scheibe abschneiden. Von daher kann ich nur jedem empfehlen, diese einmal zu besuchen. Jeder 1.Mittwoch im Monat.
28.05.2016 Kinderheim Parpacai, Krankenhaus Kaisiadorys sowie verschiedene Institutionen, die ihre Spenden auf dem Speditionshof abholen, auf dem unsere LKW parken
Morgens Abfahrt zum Kinderheim.... Heute verabschiedet sich auch das Filmteam von tankpool24. Guckt euch bei tanken hilft gerne mal die gedrehten Videos und die entstandenen Bilder an. Da bekommt ihr einen sehr guten Eindruck vom Konvoi. Mich persönlich hat beim Kinderheim die Freude der Kinder, Helfer und Betreuer überrascht. Ein kleines Mädchen bekam von uns einen Teddy, der fast größer war als sie selbst. Wer glaubt, dass sie diesen auch nur eine Sekunde aus der Hand gelegt hat, ist schief gewickelt. Auch den älteren Kindern, die zum Teil gar nicht mehr dort leben und trotzdem weiter vor Ort helfen, hätten wir niemals untersagen können, beim Abladen nicht zu helfen. So ging das Entladen zügig vonstatten und wir hatten noch die Möglichkeit, uns das Kinderheim auch mal von innen an zu sehen. Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass damit sehr viel Liebe gearbeitet wird. Die Kinder bemalen z.b. die Wände nach eigenen Ideen. Erschreckend war, dass die zum Teil völlig sinnlose Finanzplanung, die wir aus Deutschland kennen, auch hier angekommen ist. Wir sahen Top Flachbildschirme neben dringend sanierungsbedürftigen Duschen. wo man sich mehr als einmal gefragt hat, wie da gewichtet wird. Problem daran ist, dass solche Sachen gekoppelt werden. Ihr bekommt dies und jenes, aber nur, wenn ihr das auch nehmt. Alles wurde aber überstrahlt von der Herzlichkeit und der ehrlichen Dankbarkeit der Kinder und Angestellten. Ob man das in Deutschland noch so finden würde, bezweifle ich doch stark. Aber wer weiß, ob das in Litauen so bleibt, wenn unser Wirtschaftssystem sich dort erstmal vollends durchgesetzt hat. Teilweise sieht man es jetzt schon. Top Häuser neben absoluten Bruchbuden. Peter meinte dazu nur, dass es wie bei uns sei. Genug Geld, nur schlecht verteilt. Im Krankenhaus ging es da schon etwas sachlicher zu. Die Einfahrt war mit Vorsicht zu genießen, das anwesende Personal überschlug sich nicht gerade dabei, uns zu helfen. Aber das man überall zum Essen eingeladen wird, ist hier wohl selbstverständlich. So konnte man die, beim Entladen verbrannten Kalorien (wir hatten 27 Grad bei leicht schwül-warmen Wetter) doch wieder etwas zurückholen. Also abnehmen wird wohl trotz der Arbeit eher unwahrscheinlich. Das Essen hier ist aber auch wirklich gut und vor allem reichlich. Abends im Hotel bekamen sowohl wir für den HT e.V. als auch die Firma Ruhrpott Trans von Thomas eine Partnerurkunde als kleines Dankeschön für unsere Unterstützung für die KibuH. Auch wenn es materiell nichts Großes ist, die Absicht dahinter war mehr als eindeutig. Ich denke, dass alle froh waren, dass der Sonntag entspannt für einen Ausflug genutzt werden sollte. Man bemerkte schon, dass die meisten eine Pause brauchten. Also morgen erstmal ab nach Vilnius. Fortsetzung folgt...
Sonntag 29.05.2016 Ruhetag; Ausflug nach Vilnius und grillen bei unserer Dolmetscherin Violeta Vilnius.
Was soll man dazu sagen? Natürlich eine wunderschöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Aber wie so oft sieht man auch hier, dass die Anpassung an den Westen (klingt 26 Jahre nach Zusammenbruch des Kommunismus in Europa irgendwie komisch) hier am schnellsten vonstattengeht. Ob das gut oder schlecht ist, bleibt wohl abzuwarten. In Vilnius selbst teilte sich die Gruppe. Die einen fahren hoch zur Burgruine, von der man einen traumhaften Blick über die Stadt erhält. Die anderen bummeln gemütlich durch die Altstadt. Violeta versorgt uns dabei mit Einblicken in die Geschichte, gibt Tipps und ist immer da, wenn sich eine Frage auftut. Komisch. Jahrelang habe ich Touristen durch Europa gefahren; habe über sie gelächelt, wenn dauernd die Fotoapparate klickten und jetzt? Lars, der 08/15 Standard Touri..*lol. Zurück zum Hotel, kurz frisch machen und dann geht’s zum Grillen bei Violeta und ihrem Mann in deren Gartenhaus. Wobei. Gartenhaus? Also ich wäre froh, wenn ich so ein Grundstück zu Hause hätte. Nur würde ich da wahrscheinlich das ganze Jahr leben. Riesengroß, einfach, zweckmäßig und völlig ausreichend. Es gibt Schaschlik und die beiden fahren Massen an Essen auf (scheinbar wirklich absolut normal hier). Alles viel zu lecker. Natürlich darf der obligatorische Wodka nicht fehlen. Wenn ich eben von der Einfachheit gesprochen habe, so trifft dies auf keinen Fall auf die Gastfreundlichkeit litauischer Gastgeber zu. Ganz im Gegenteil. Man fühlt sich sofort unter Freunden. Ein Eindruck, der mich von Anfang bis Ende der Tour nicht mehr los gelassen hat, sondern immer wieder bestätigt und verfestigt wurde. Alles auf eine so natürliche Art und Weise. Ohne dieses gekünstelte, das uns zu Hause ja nahezu permanent begegnet. Und schon merkt man, wie unwichtig dieses ganze Besitzdenken ist. Aber dazu später noch ein paar Gedanken. Vollkommen satt, um nicht fast schon überfressen zu sagen, geht’s zurück ins Hotel. Denn ab morgen geht es richtig zur Sache.
30.05.2016 Abladen Elektrenai und der „Sonderzug nach Bautzen“
Ab heute wird es zweigleisig. Thomas und ich begleiten den Konvoi noch zum Kinderheim und Krankenhaus Elektrenai. Dort wird der erste Auflieger leer, den wir dann auf unsere Sonderfahrt nach Bautzen mitnehmen. Was bis zu unserer Rückkehr nach Vilkija vor Ort geschieht, wird Michael berichten. Das Kinderheim ist schnell beliefert. Leider sind die Kinder alle in der Schule, aber die Helfer vor Ort begegnen uns wie nahezu überall mit einer Herzlichkeit, Freundlichkeit und Dankbarkeit, die einen immer wieder aufs Neue tief berührt. Die Einfahrt zum Krankenhaus ist etwas tricky, aber da zum Glück keine Autos im Weg stehen, noch relativ einfach anzufahren. Norbert erzählt mir, dass er sich dort letztes Jahr bald den Wolf rangiert hat. 5 cm vor, 10 cm zurück, wieder vor, zurück etc. So können wir schnell arbeiten, natürlich mit Hilfe der Menschen vom Krankenhaus. Selbst eine alte Frau schleppt, hinterher barfuß, Kisten und Kartons wie ein Weltmeister. Hammer. Um auch mal die Hilfsbereitschaft der Menschen auf zu zeigen, folgendes Beispiel. Michael hatte leider das falsche Schuhwerk mit, so dass er bei der Arbeit unter diesen Temperaturen unter geschwollenen Füßen litt. Ich spreche Violeta an, ob er vom Krankenhaus Franzbranntwein oder ähnliches bekommen könnte. Folge. Chefarztvisite!!!! mit Untersuchung (für Michael leider auch sehr offene Worte bezüglich Gewicht und Bewegung..lol) und Soforthilfe. Unbürokratisch, kostenlos und sofort. Ich bekomme das Gefühl, dass wir vom Konvoi fast schon wie Helden verehrt und behandelt werden. Nahezu jeder Wunsch wird einem sofort erfüllt. Extrem lobenswert auf der Gegenseite. Niemand nutzt das schamlos aus. Eigentlich normal, für mich aber auch mal erwähnenswert. Da kenne ich andere Leute, die in ähnlicher Situation genau das machen würden. Thomas und ich fahren mit einem Leihwagen derweil noch schnell für die Fahrt einkaufen, schnappen uns dann unseren Lkw und stoppen noch kurz im Hotel zwecks dringend benötigter Dusche. Anmerkung nebenbei. Die Sonne knallt hier die ganze Zeit. Nicht ein Tag Regen und der eine oder andere Sonnenbrand lässt sich nicht vermeiden. Noch schnell Kaffee kochen und um 14.30 Uhr starten wir zu unserer Sonderfahrt. Bis auf einen extrem heftigen Regenschauer und einer 15 minütigen Verspätung durch Stau in Warschau (Durchfahrt in Warschau ist u.a. von 16-20 Uhr für LKW verboten, so dass bei unserer Durchfahrt jede Menge Kollegen denselben Weg nehmen wollten). Peter wird von uns permanent auf dem Laufenden gehalten. Wie viele Sorgen er sich um uns macht, erfahren wir erst nach unserer Rückankunft. Er hatte ein komisches Bauchgefühl, dass uns was passieren würde, so dass er quasi 2 Nächte ohne Schlaf verbrachte. Soviel mal dazu, mit welcher Fürsorge er sich neben der ganzen Organisation noch um sein Team kümmert. Für mich ein sehr wertvoller Mensch, von dem die Welt dringend mehr haben sollte. Und damit möchte ich niemanden aus dem gesamten Team herab setzen. Egal, ob Hartmut (der mittlerweile seit 30 Jahren solche Fahrten mit macht, begleitet und organisiert), Klaus (das Gegenstück zu unseren beiden Finanzministern) oder wen auch immer man sich daraus pickt. Es sind alles natürlich Menschen mit Ecken und Kanten. Aber eines haben sie alle gemeinsam. Das Herz am rechten Fleck und keiner von ihnen stellt sich über die Sache. An dieser Stelle schon mal meinen tiefen Respekt und ein fettes Dankeschön, das ich euch alle kennen lernen und mit euch diese Tour erleben durfte. Sollte sich diese Lobhudelei zwischendurch wiederholen, dann aus ist das ebenso und jedes Mal und immer wieder genau so gemeint.
31.05.2016 Bautzen, Elektrenai und Beijonys
Wie bereits erwähnt, wird Michael über die Vorkommnisse vor Ort berichten. Wir erreichen Bautzen gegen 4 Uhr morgens. Zu früh, um bei der Autobahnpolizei auf zu schlagen. Da uns eine anstrengende Arbeit erwartet, nutzen wir die Zeit, um noch ein kurzes Nickerchen zu halten. um viertel vor 7 melden wir uns telefonisch für 7.30 Uhr an und werden bereits erwartet. Wir bekommen erstmal einen Kaffee serviert, unterhalten uns kurz mit den Menschen dort (kurz, weil auf den Autobahnen heute Morgen wohl die Hölle los ist) und begeben uns ans Werk. 29 Kinderbetten, 26 Krankenhausbetten, 2 Schränke und diverse Kleinteile erwarten uns. Wir überlegen erneut, wie wir möglichst alles mit bekommen und glauben, eine Lösung gefunden zu haben. 2 Krankenhausbetten auf einander, 2 Kinderbetten gekippt oben drauf, festgezurrt und verladen. Nachdem wir einmal den Bogen raus haben, sind die Pakete schnell zusammen gestellt. Leider macht uns die Tücke des Objekts einen Strich durch die Rechnung. Zum einen haben wir einen Rechenfehler in unserer Planung, der uns aber erst in Litauen auffällt und zum anderen sind die Pakete so schief, dass wir zu viel Platz verschenken. Eine Lösung dafür hätten wir zwar, aber leider fehlt das passende Material. Kurzerhand beschließt Thomas, dass wir die Krankenhausbetten stehen lassen und nur den Rest mitnehmen. Zum einen ist er im Punkt verladen fitter als ich, zum anderen merke ich, dass meine Kondition im Keller ist. Wird also Zeit, dass ich mal wieder was für meine Gesundheit mache und ab einer gewissen Zeit nur noch funktioniere. Mittlerweile haben wir 1 Uhr mittags. Gesagt getan. Das Wetter will uns auch noch ärgern, da zwischendurch Regen und Sturmböen das Verladen erschweren. Irgendwann ist aber alles fertig. Lkw und wir. Die Polizei stellt uns ihre Sanitärräume zur Verfügung und bestellt für uns Pizza. Überhaupt muss ich feststellen, dass die Menschen hier auch Litauer sein könnten. Hilfsbereit, offen, entgegenkommend, freundlich. Vielen Dank an Martins Kollegen für dieses tolle Auftreten. Selbst Martins Chef kam 2- oder 3-mal vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Wir überlegen, ob wir uns in Bautzen schlafen legen. Thomas meint dazu, dass er noch fahren kann (das Küken hat halt noch mehr Energie als ich...lach) und so pflastern wir los (ja, wir haben unsere Pause eingehalten und auch entspannen und Kräfte tanken können) Maut Box aufladen verschafft uns bei Görlitz eine 45 minütige Zwangspause. Abfahrt und ich krieche ins Bett, aus dem mich Thomas über 4 Stunden später weckt. 25 km vor Lodz ist seine Lenkzeit rum und ich bin dran. Kaum los gefahren, gehen bei Thomas die Lichter aus und er schläft tief und fest. Selbst die zum Teil abartigen Straßenverhältnisse in Lodz schaffen es nicht, ihn wach zu bekommen. Mir ging es vorher allerdings ähnlich. So langsam ahne ich, auf was für eine kräftezehrende Tour wir uns da eingelassen haben. In Rekordzeit fahren wir durch Warschau. Der Rest ist von da aus ein Klacks. Wir melden uns bei Peter in Vilkjia an und werden von ihm, Klaus und Norbert am Ortseingang in Empfang genommen und überschwänglich begrüßt. Allen dreien merkt man sowohl die Freude über unsere Rückkehr, als auch die Erleichterung, das alles gut gegangen ist mehr als deutlich an. Wir ahnten, dass wir mit dieser Fahrt etwas Besonderes gemacht haben. Aber wie besonders wird mir erst in diesem Moment klar, als ich Peters Blick sehe. Erspart mir eine Beschreibung. Es gibt keine Worte, die das auch nur ansatzweise beschreiben könnten. Ich sage nur Gänsehaut pur. Der Empfang am Krankenhaus von den anderen Teilnehmern des Konvois fällt ähnlich aus. Erst Recht, als die Plane aufgeht und sie sehen, was wir alles mit bekommen haben. Die Chefin des Krankenhauses verfrachtet uns erstmal zum Mittagessen und erklärt, wie wichtig diese Betten für sie sind, wie dankbar sie der Kibuh und uns beiden Fahrern dafür ist. Kurzer Einwurf zum Gesundheitssystem in Litauen. Kranke Menschen werden in der Regel von ihren Angehörigen gepflegt. Der Staat unterstützt sie dabei nur bedingt. Wenn eine Familie z.b. ein Krankenbett benötigt, beantragen sie dieses und können sich in der Zeit bis dieses Bett geliefert wird (was auch schon mal 2-3 Monate dauern kann), im Krankenhaus eines leihen, dass sie anschließend zurück geben. Thomas und ich werden anschließend von Norbert in unser Hotel gebracht. Einer Traumanlage mitten im Wald. Nur bekommen wir davon kaum etwas mit, da die Müdigkeit die Anspannung ablöst und wir nur noch ins Bett fallen. Die anderen kommen heute erst spät zurück, da u.a noch die Kinderlungenheilanstalt Kulautuva und das Kinderheim Pagyene beliefert werden sollen. Dafür sind dann aber die Auflieger komplett leer. 5 volle Auflieger innerhalb von 4 Tagen inklusive der Fahrt von Thomas und mir. Man muss nur mal die Menge gesehen haben. Hammer. Ich denke, dieser Konvoi wird bei der KibuH Geschichte schreiben. Und wohl nicht nur da. Abends merkt man jedem an, dass die Anspannung abfällt und man stolz auf die erbrachte Leistung ist. Neben dem (mal wieder) erstklassigen Essen, wird bis halb 4 geredet, gelacht und getrunken. Michael wird nebenbei durch eine eingesammelte Haarspende bei allen dazu gezwungen, am nächsten Tag zum Friseur zu gehen. Man gebe einem leicht angeheiterten Herrn Dittmar besser keine nicht ganz so scharfe Schere. Unvergessen wird aber vor allem Hansis Kuchen-Showgirl Nummer bleiben. Das kann man nicht beschreiben. Hansi ist sonst immer relativ ruhig gewesen und dann haut der Kerl auf einmal so eine Nummer raus. Das war filmreif. Nicht viele sind an diesem Abend nüchtern ins Bett gegangen. Aber das haben wir uns auch verdient.
Donnerstag 02.06.2016 Kinderfest in Elektrenai und abends Geschenke, Geschenke, Geschenke
Für mich heute einer der bewegendsten Tage auf diesem Konvoi. Wir fahren zum Kinderfest ins Kinderheim Elektrenai, wo wir montags vor unserer Abfahrt nach Bautzen abgeladen haben. Was die Kinder und ihre Betreuer da auf die Beine gestellt haben, ist einfach der Oberhammer. Es wird getanzt und gesungen. Mein persönliches Highlight war die Darbietung einer Gruppe Behinderter, die mir, und da war ich sicherlich nicht alleine, mit einem kleinen Theaterstück ohne ein einziges Wort zu reden einen dicken Kloß im Hals verursachten. Nicht die Geschichte, sondern die Art und Weise mit der dieses dargestellt und übermittelt wurde, verursacht mir heute noch eine Gänsehaut. Was für eine Leistung. Auch hier möchte ich keine der anderen Gruppen abwerten. Im Gegenteil. Von vielen sehr schönen, war diese für mich nur die, die mich am meisten und tiefsten berührt hat. Es wurde anschließend noch gemeinsam gegrillt, gegessen und Fotos gemacht. Leider verlief sich anschließend alles. Ich hätte ein paar von den Kindern gerne noch persönlich gesprochen. Vielleicht beim nächsten Mal. Zurück im Hotel blieb nicht viel Zeit, da Gäste der verschiedenen Institutionen eingeladen waren. Ab 19.30 Uhr wurde gegessen, getrunken, viele Dankesreden gehalten und Geschenke überreicht. Auch wir von den Hells Truckers wurden bedacht. Wobei der eine oder andere Gast nur ungläubig den Kopf schüttelte, als Peter ihnen von unserem Einsatz, vor allem natürlich von unserer Zusatztour berichtete. Aber auch die ganze Arbeit vorher wurde dankend erwähnt. Ihr seht also, dass sich Einsatz immer lohnt. Der Name Hells Truckers ist jetzt auch in Litauen ein Begriff. Alleine schon deswegen, weil unser Hotelchef ein HT/KibuH Kombi Shirt haben wollte und es selbstverständlich auch bekam. Auf ihn und seine Familie komme ich aber noch im Besonderen zu sprechen. Jeder weiß, dass sich solche „halboffiziellen“ Veranstaltungen ziehen. Aber es war keineswegs langweilig. Im Gegenteil. Zum Beispiel. Der Vater der jetzigen Chefin eines Krankenhauses. Er fing damals mit den Hilfstransporten an, nachdem er Hartmut kennen lernte. Er war selbst Chefarzt und bedankte sich bei uns Neulingen und damit Fremden ebenso herzlich und aufrichtig, wie bei allen anderen. Ein wundervoller Mensch, den man sich heute auch immer noch als Ausbilder für Ärzte vorstellen könnte. Allein im sozialen Bereich könnte er denen garantiert noch eine Menge beibringen. Der Abend endete weniger chaotisch und laut als der davor.*frech grins, aber nicht weniger herzlich und freundschaftlich. Trotz allem freute ich mich auf den freien Tag, an dem ich meine Gedanken mal sortieren , diesen Bericht dadurch weiter schreiben und auch mal etwas entspannen konnte. Was ich am nächsten Tag wie all die anderen auch nutzte;-) Mal kurz zu den Besitzern des Hotels. Klar, sie kennen die KibuH seit Jahren. Aber dass man trotzdem abends frei in der Küche rum laufen und sich die Getränke aus den Kühlschränken holen darf, erlebt man auch nicht überall. Überhaupt haben wir dort jede Menge Freiheiten und man versucht uns nahezu jeden Wunsch von den Augen ab zu lesen. Für Leute, die eine Diät machen, ist das der völlig falsche Ort. Dafür ist das Essen zu gut und zu reichhaltig. Das man permanent Wodka nachgeschenkt bekommt, daran gewöhnt man sich nach dem ersten schweren Morgen danach. Doch merke: Nur Wodka abwechselnd mit Wasser oder Saft verursacht kein Kopf wie ein Rathaus;-) Auf dem 30 ha großen Areal hat man aber auch genug Möglichkeiten, die Kalorien und den Alkohol wieder los zu werden. Alles ist mit Liebe zum Detail gestaltet und man fühlt sich einfach nur wohl und entspannt. Das liegt aber vor allem an der Herzlichlichkeit der gesamten Familie. Man fühlt sich dort eigentlich von Anfang an nicht als Gast, sondern als Freund. Als ich nach der Zwischentour nach Bautzen dort ankam und nach dem duschen mit einem kühlen Bier draußen saß, dachte ich nur: hier könntest du auch zu Hause sein!!!!
Freitag 03.05.2016 Uuuuuuuuuuuurlaub Ein Tag zur freien Verfügung und wie wir den genutzt haben.
Olli, Gaby, Thomas, Klaus, Hartmut, Michael und ich machten eine Kanutour. Gute 2 Stunden einfach nur die Natur genießen, die Seele baumeln lassen und runter kommen. Wundervoll. Den Lacher des Tages verursachte Michael. Unterwegs hielten wir kurz am Campingplatz an, den Hartmut uns zeigen und die eine oder andere Geschichte erzählen wollte. Ein Riesengelände mit Wohnwagenstellplätzen, Sauna, Sportplätzen, Grillplätzen etc. Einfach Wahnsinn. Zurück zum Thema. Michael stieg als erstes wieder ins Boot. Naja, zumindest war die Absicht vorhanden. Aber wenn man sich nicht an die Anweisungen eines erfahrenen Kanuten wie Hartmut hält, dann spielt man halt den sterbenden Schwan (oder sagen wir lieber den flüchtenden Ochsenfrosch?) und landet, alle Viere von sich gestreckt, im Wasser. Wir anderen lagen wortwörtlich vor Lachen auf dem Boden. Sorry, Michael, aber es sah einfach zu geil aus. Vielen Dank für diesen Moment. Vom endgültigen Anlegeplatz marschierten wir dann über das Gelände mit der Freilichtbühne!!! zurück zum Hotel, wo anschließend noch eine Rundfahrt des Hausherren mit seinem Land Rover auf uns wartete. Der eine oder andere wunderte sich mit Sicherheit, was so ein Jeep alles zu leisten im Stande ist. Sei es eine Fluss Durchfahrt oder eine Steigung, von der man denkt, dass die selbst für ein Maultier unpassierbar ist. Ein Riesenspaß. Der abschließende Grillabend mit der gesamten Familie war einerseits sehr schön, andererseits wurde einem bewusst, dass dies der letzte Abend dieses Konvois in Litauen war. Entsprechend fiel die Verabschiedung aus. Aber ich denke, dass jeder a) gerne an die Zeit zurück denkt und b) mit Sicherheit noch einmal hierhin zurückkehren möchte und wird.
04./05.06.2016 Rückfahrt Im Grunde gibt es dazu nicht viel zu sagen. In Bautzen wurden abends noch die Reste verladen, die Thomas und ich nicht mit bekamen. Wobei sich wohl nicht nur Peter wunderte, wie fix das ging. Anschließend ging es ins Hotel, wo zu unserer Überraschung Diana Schröder mit selbstgebackenem Brot und selbstgemachtem Bananenwein auf uns warte. Für solche Aktionen ist sie bekannt und unter anderem dafür mögen wir sie einfach. Thomas und ich fuhren am Sonntag 3 Std vor den anderen heim, da wir noch nach Dorsten (mein Auto hatte ich ja dort gelassen) und ich anschließend nach Remscheid, Burscheid und Duisburg musste. Dummerweise müssen wir ja morgen wieder „normal“ arbeiten gehen.
05.06.2016 Fazit
Vielleicht ist es noch zu früh für ein Fazit. Aber trotzdem möchte ich eines ziehen. Litauen, Land und Leute: Auch wenn sich vieles so lesen mag, als gäbe es in Litauen nur nette Menschen. so naiv bin ich natürlich nicht. Idioten und A****löcher gibt es ja leider überall. so auch sicherlich dort. Nur hatte ich das Glück, keines davon kennen zu lernen. Im Gegenteil. Außer in Irland und Norwegen habe ich in Europa nirgends so eine Gastfreundschaft erlebt. Vor allem kam diese ehrlich und aufrichtig rüber. Dass das nur mit den mitgebrachten und benötigten Spenden zu tun hat, möchte und werde ich nicht glauben. Es ist offensichtlich, dass dieses Land noch einen langen Weg vor sich hat (aber welches Land steht nicht vor derselben Aufgabe). . Erschreckend ist, dass auch dort die Anzeichen unseres Wirtschaftssystems deutlich werden. Es gibt Reichtum und Armut direkt neben einander. Das eine fällt erst extrem durch das andere auf. Fakt ist aber, dass Litauen leider auf Hilfe wie den KibuH Konvoi angewiesen bleiben wird. Für wie lange weiß keiner. Was ich hier, wie an so vielen Ecken dieses Planeten, nicht verstehe. Es gibt Geld und alles, was man braucht im Überfluss. Und trotzdem sieht man Kinderheime oder Krankenhäuser, die so marode sind, dass man sich fragt, wie man dort Kinder betreuen oder Kranke pflegen kann. Ich habe vor den Menschen, die in dortigen Institutionen leben, arbeiten oder auf Genesung warten, einen Höllenrespekt. Vor allem, weil die Menschen, die ich dort treffen durfte, nicht verzweifelt waren. Wie die Kinder auf dem Kinderfest strahlten diese einen Willen und eine Lebensfreude aus, wie man sie hier nur selten so ehrlich findet. Bezeichnend dafür fand ich eine Geschichte, die Hartmut mir erzählte. Er fragte eine Frau, die in ärmlichsten Verhältnissen mit ihrer großen Familie in einem Haus wohnte, das man hier wohl aus Sicherheitsgründen gesperrt hätte, wie sie so leben könnten. Antwort: “Ach, wenn man sich liebt, geht vieles.” Das mag pathetisch klingen. Aber wenn man vielleicht mal weniger Materialismus und Egoismus und dafür mehr Herz und Empathie in sein Leben ließe, ginge es vielleicht vielen Menschen besser.
KibuH e.V. :
Natürlich ist so ein Konvoi ein Erlebnis und trotz einiger Kleinigkeiten war dieser ein Erfolg. Und kein kleiner. Man vergisst aber allzu schnell, dass die eigentliche Arbeit im Vorfeld stattfindet und sich der nächste Konvoi bereits in Planung befindet. Das Pensum, das dieser Verein bzw. seine Mitglieder dabei leistet, ist aller Ehren wert. Schön wäre es natürlich, wenn die Arbeit solcher Vereine irgendwann überflüssig würde. Aber das wird wohl ein Traum bleiben. Von daher meinen tiefsten Respekt für Peter Dittmar und sein Team. Das wir dabei ein kleines Stück helfen konnten, ist einfach nur ein tolles Gefühl und war jede Mühe wert.
Hells Truckers e.V.:
Für uns vom Vorstand war es sehr interessant zu sehen, was man als Verein erreichen kann, wenn man den Ar*** hoch bekommt und sein Ego hinter die Sache stellt. Natürlich kann man sagen, dass es einfacher ist, etwas für Kinder zu tun, als unsere Ziele zu erreichen. Wenn man aber mal die Arbeit hinter einem solchen Konvoi sieht, bleibt nur eine Tatsache als Fakt stehen. Ohne Einsatz der Mitglieder geht es nicht!!!
Ich (persönlich):
Mir wurde nach langer Zeit mal wieder bewusst, wie unwichtig doch viele Dinge sind, über die man sich in seinem Leben so beschwert, wenn man manche Situationen in Litauen erlebt. Man regt sich oft über eigentlich Belangloses auf. Ja, ich steh im Stau. Ja, so ein Pech. Es gibt Menschen, die müssen 20 km mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß laufen, um zum nächsten Arzt zu kommen. Kurz. In Deutschland wird oft auf sehr hohem Niveau gejammert. Leider muss ich mich ebenfalls dazu zählen. Das Schöne für mich an dieser Tour war, dass ich mal wieder geerdet wurde. Was braucht man wirklich? Was ist wirklich wichtig im Leben? Darüber werde ich nach diesen 10 Tagen mit Sicherheit noch nachzudenken haben. Von daher danke ich für die Chance, neben den vielen schönen Momenten auch mal wieder zu sehen, was wirklich wichtig ist. In diesem Sinne hoffe ich, dass euch der Bericht über diesen Konvoi gefallen hat. Dass ich ein einigermaßen schlüssiges Bild zeichnen konnte.
Was das Fazit angeht. Man muss nicht meiner Meinung sein. So vermessen bin ich nicht. Es wäre aber schön, wenn diese Zeilen den einen oder anderen dazu bewegen könnte, sich wieder oder auch das erste Mal zu engagieren, um etwas zu verbessern. Vielleicht helfen dabei auch die Bilder, die in Kürze hoch geladen werden. Ihr werdet staunen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und bis demnächst;-) '

 

hells-trucker-logo1-985x1024